Erythropoietin (EPO)

Wenn man in den Medien in den letzten Jahren etwas zum Thema Doping gehört hat, dann fällt in den meisten Fällen das Stichwort EPO. Bei EPO handelt es sich um ein Präparat, welches eigentlich aus dem medizinischen Umfeld kommt, aber auch immer wieder im Sport eingesetzt wird, um die Ausdauer der Athleten zu steigern.

Es handelt sich hierbei um ein Glycoprotein-Hormon, welches in der Medizin als Wachstumsfaktor für die roten Blutkörperchen eingesetzt wird. Hier kommt dieses Medikament bei Menschen zum Einsatz, die an Blutarmut leiden und denen mit EPO sehr schnell geholfen werden kann. Im Sport wird die Wirkung des EPOs ausgenutzt, um eine Leistungssteigerung herbeizuführen. Durch EPO werden viele zusätzliche Blutkörperchen gebildet; dementsprechend kann auch mehr Sauerstoff zu den Muskeln transportiert werden. In unserem Körper wird ebenfalls EPO gebildet und dies findet hauptsächlich in den Nieren und in der Leber statt. Aber auch in anderen Organen konnte eine Synthese nachgewiesen werden, so zum Beispiel im Gehirn, in der Gebärmutter, im Hoden und in der Milz. Wenn der Körper eine Verminderung des Sauerstoffanteils im Blut feststellt, dann wird dieses Hormon produziert und ausgeschüttet.

Wenn das EPO sich im Körper verteilt hat, wirkt es hauptsächlich im Knochenmark, wo es die Stammzellen dazu bringt, sich in rote Blutkörperchen umzuwandeln. Mittlerweile kann EPO auch industriell hergestellt werden, um den großen Bedarf im Umfeld der Nierenpatienten und Sportler decken zu können. In den letzten Jahren haben jedoch auch verschiedene Generika versucht, den Markt zu erobern; teilweise wurden hier minderwertige Produkte freigegeben. Die Darreichungsform von EPO ist in der Regel  eine spezielle Injektionslösung, die es in verschiedenen Wirkstoffkonzentrationen gibt. Verabreicht werden diese Injektionslösungen entweder subkutan oder intravenös.

Ein sehr wichtiges Thema im Umfeld von EPO sind die verschiedenen Nebenwirkungen, die auftreten können. Verschiedene Tumorzellen besitzen Rezeptoren, die zum EPO passen; aus diesem Grund kann dieses Hormon deren Wachstum fördern. Auch das Herz-Kreislaufsystem kann unter einem erhöhten EPO-Spiegel leiden und sollte aus diesem Grund immer überwacht werden. Finanziell ist das EPO eine große Erfolgsgeschichte, weil mit diesem Medikament jedes Jahr mehrstellige Milliardenbeträge erwirtschaftet und zudem große Wachstumsraten erzielt werden.
 
Im Umfeld des Dopings wird EPO seit den späten 1980er eingesetzt: Vor allem in den Ausdauersportarten konnte sich dieses Präparat sehr gut etablieren. Eine große Gefahr, die jedoch bei den Sportlern hier auftaucht, ist die Tatsache, dass sich auf Grund der hohen Blutkörperchenanzahl Blutgerinnsel bilden können, die dann auch das Risiko von Thrombosen und Schlaganfällen vergrößern. Um die Fälle von EOP-Doping aufzudecken, wurden spezielle Testverfahren entwickelt, die die Täter überführen sollen. Die Liste der Dopingfälle im Radsport, in der Leichtathletik und im Wintersport ist jedoch sehr lang und jede Saison kommen neue Verstöße hinzu. In der nächsten Zukunft wird EPO im Sport wohl weiter eine sehr gewichtige Rolle spielen und es werden in den nächsten Jahren bestimmt noch viele verschiedene EPO-Doping-Fälle bekannt werden. Langfristig wird sich das EPO jedoch nicht halten können; spätestens, sobald das Gendoping alle Leistungsbereiche abdecken kann, werden wir immer weniger Dopingfälle mit EPO verzeichnen können. Nach Schätzungen dopen sich jedes Jahr circa 500.000 Menschen mit EPO: Für die Pharmakonzerne ist dies eine sehr wichtige Absatzmöglichkeit.

Werbung

Social Bookmarks

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG