Geschichte des Doping

Doping — was hat Doping mit Schnaps zu tun?
Ein bisschen Doping - Geschichte

Ganz einig sind sich die Forscher nicht, woher das Wort Doping nun stammt. Dop IST Alkohol, jedenfalls, wenn man ins Land blickt, das heute Südafrika heißt. Dort trug ein stimulierender Schnaps den Namen Dop; der Name — so eine Theorie — wurde anschließend zum Sammelbegriff für verschiedene Sorten für Spirituosen, dann fand er im Jahre 1869 Einzug in ein Wörterbuch in England. Beschrieben wurde er dort als eine Droge, die Pferden verabreicht wurde, bestehend unter anderem aus Opium.

Mag sein, dass Doping erst seit jener Zeit Doping hieß, stimulierende Mittel verwendeten allerdings bereits Sportler in der Antike, um dem Sieg dadurch ein wenig nachzuhelfen. Das Wissenschaftsmagazin Scinexx schreibt, das hier als Dopingmittel unter anderem Stierhoden zum Einsatz kamen. Gut möglich, dass diese Stierhoden ihren Zweck mitunter nur deshalb erfüllten, weil die Sportler daran glaubten. Die Inkas setzten dagegen auf Kokablätter, die sie vor dem sportlichen Wettkampf kauten, was ihnen zu höherer Leistungsfähigkeit verhalf. Doping war lange Zeit nicht verboten; in Europa bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts nicht. Dopingtote hatte es jedoch bereits zuvor gegeben und der Radsport zeigte bereits damals eine unrühmliche Vorreiterrolle. Ein erster überlieferter Dopingtote war etwa ein gewisser Herr Linton, der durch eine Überdosis Trimethyl auf der Strecke Bordeaux – Paris starb. Zur damaligen Zeit hatte beinahe jeder Radsportler seine Pulle dabei, in der irgendwelche Mixturen steckten, die ihn zum schnelleren Radler machen sollten. Eins der Dopingmittel, die diese Flaschen füllten: Nytroglycerin, in der Medizin beispielsweise bei Herzschwäche eingesetzt. In der Geschichte des Dopings kamen unterschiedlichste Mittel zum Einsatz: die Liste der Dopingmittel hört sich zum Teil wahrlich wie eine Horrorliste an: Strychnin war dabei, Kokain, Heroin, Arsen und Phosphor.

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts war Pervitin für Sportler ein begehrtes Dopingmittel, mit dem vor allem Ausdauersportler Müdigkeit überwanden. Damals war es noch kein Skandal, dass Sportler derartige Pillen nahmen, allerdings wurde es zum Skandal, wenn Sportler behaupteten, ihnen seien die falschen Pillen gegeben worden. Als der Ruder-Achter von Flörsheim-Rüsselsheim vom RV Köln 1877 besiegt wurde, behauptete das Flörsheim/Rüsselsheim – Team, vom Sportarzt mit den falschen grünen Pillen versorgt worden zu sein (Schlafmittel), während die Kölner das richtige Mittel in Form roter Pillen bekommen hatten (Pervitin). Der Sportarzt wurde verklagt und verlor den Prozess, ohne dass für Flörsheim/Rüsselsheim jedoch nachträglich ein Sieg und damit die Olympiateilnahme heraussprang.

Erst in den 60er Jahren begannen die Sportfunktionäre verstärkt darüber nachzudenken, ob nicht Dopingkontrollen einzuführen sind. Eine wesentliche Ursache für diese Überlegungen war der Tod des Radlers Knud Enemark Jensen während der Olympischen Spiele 1960 in Rom. Jensen stürzte und starb, bevor er das Krankenhaus erreichte. Im Nachhinein stellte man Methamphetamin und Pyridilcarbinol in seinem Körper fest, die zur Gruppe der Amphetamine gehören und zu den Dopingmitteln zählen. Erste Dopingtests unter Radlern wurden 1964 bei den Olympischen Spielen in Tokio eingeführt; da der Protest aber zu groß war, wurden sie abgebrochen. Vier Jahre später (Olympia 1968, Mexiko/Grenoble) kam es dann zu offiziellen Dopingkontrollen.

Das Ende des Dopings und auch das Ende von Todesfällen, die durch Doping verursacht wurden, war das freilich nicht. 1968 war auch das erste Jahr, in dem der durch Doping mit verursachte Tod eines deutschen Sportlers dokumentiert wurde. Damals, am 12. Juni 1968, fiel der Boxer Jupp Elze durch einen Treffer am Hinterkopf ins Koma und verstarb acht Tage später. Er hatte unter anderem Pervitin genommen und dadurch den Erschöpfungszustand ignoriert, der ihn vor dem Tod hätten bewahren können. 1972 wurde die erste größere Dopingliste vom IOC aufgestellt; gleichzeitig machten Ärzte Fortschritte, wenn es um die Überführung von Dopingsündern ging. Doping durch Amphetamine konnte 1972 nachgewiesen werden. Aber auch die Gegenseite, bestehend aus denejenigen, die sich stets neue Dopingmittel ausdenken, ist nicht untätig. Seit 1983 etwa kann EPO, das bis heute eine Rolle beim Doping spielt, künstlich hergestellt werden. Seither wogt der Kampf zwischen Dopingsündern und Dopingfandern hin und her und fordert immer wieder Tote, in Deutschland im Jahr 1987 etwa Brigit Dressel, die an einem allergischen Schock stirbt. Bekanntester Fußballer, der bisher des Dopings überführt wurde, war wohl Maradona. 1994 wies man ihm während der Weltmeisterschaft Dopingmittel im Urin nach und verbannte ihn für den Rest des Turniers vom Rasen. 1998 war es dann wieder der Radsport, der für einen handfesten Skandal sorgte, weil sehr viele Fahrer aus dem Festina-Team bei der Tour de France unter Druck der Beweismittel die Einnahme von EPO zugaben.

1999 fand die erste Anti-Doping Weltkonferenz statt; als eine ihrer Folgen entstand im Jahr 2000 die Anti-Doping-Weltagentur (WADA); eine zweite Weltkonferenz im Jahr 2003 brachte einen Anti–Doping-Code, der das Verfahren von Tests und mögliche Sanktionen für überführte Dopingsünder festsetzte. Doping ist allerdings auch dadurch nicht aus der Welt des Leistungssports verschwunden. Im Jahr 2006 gab es während der Winterolympiade in Österreich einen Skandal, bei der unter anderem eine Tüte mit Spritzen aus dem Fenster des österreichischen Quartiers flog. Es erscheint irgendwie unwahrscheinlich, dass das Thema Doping in den nächsten Jahren keine Schlagzeilen mehr machen wird.

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